Das SCALA Varieté befindet sich am Rande der historischen Altstadt von Fritzlar.

1867 betreiben mehrere Wirte nacheinander ein Weinlokal oder einen Kaffeegarten im Stadtpark. Zwischen 1873 und 1893 wird das heutige Gebäude erbaut, als Hotel mit Saal, Bühne und Vergnügungsgarten mit Schaukeln und Karussell.

1908 werden erstmals „Vorführungen lebender Photographien“ gezeigt. Der Kinematograph der Brüder Auguste und Louis Lumiére ist dabei, die Unterhaltungssäle der Welt zu füllen.

1912 eröffnet Hermann Suerland die Stadtpark- Lichtspiele mit einem „Weltstadtprogramm“, das sogar schon eine Wochenschau enthält. Eine Eintrittskarte kostet 70 Pfennig in der Abendvorstellung.

In den 20er Jahren wird der Saal mit Bühne für Vorträge, Versammlungen, Gesangstafeln, Tanzunterricht, Bälle, Feiern, Varieté und Theateraufführungen genutzt. Gastspiel des Stadttheaters Straßburg „Die lustige Witwe“ im Oktober 1926.

1926, zur 1200-Jahr-Feier der Stadt Fritzlar wird das Wildwest-Abenteuer-Drama „Teufel Tempo Tom“ mit Tom Mix gezeigt, dem „tollkühnsten Cowboy der Welt“. Später übernimmt Johann Severin „den Stadtpark“ von Suerland.

Während des zweiten Weltkrieges wird von einer Nutzung als Lazarett berichtet und in der Nachkriegszeit von einer Hosenfabrik (Lehmann) und von einem Schülerheim für externe Schüler der Fritzlarer Schulen. Nach dem zweiten Weltkrieg platziert sich bis in die 50er Jahre das Kino. Alte Eintrittskarten, bei der Sanierung gefunden, belegen den Fortgang der Kinos Germania und dann Scala. Später befindet sich auch die Druckerei König im Untergeschoss des Hauses.

Ab den 60er Jahren nutzen Diskotheken (La Fontaine / Maribel / u.a.) die Räume. In den 80er Jahren wird der gesamte Saal einschließlich der Bühne komplett mit Decken und Wänden zerteilt, um zuletzt als Videothek zu dienen. Außer der Druckerei Günther im Untergeschoss und den Mietwohnungen im hinteren Anbau des Hauses, steht der einst historische Saal über mehrere Jahre leer.

Im Februar 2002 entdeckten die Artistin Jutta Schröder aus Berlin und der Veranstaltungstechniker Merten Wagnitz aus Kassel das historische Gebäude, renovierten es liebevoll elf Monate lang in Eigenleistung und versetzten es wieder in seinen Ursprungszustand zurück. So konnte am 10. Januar 2003 erstmalig der Vorhang des SCALA Varietés geöffnet werden und wie einst in den 20er Jahren feiert nun die glanzvolle Unterhaltungskunst ihr Comeback.